Dritter Bann und Performance-Based Matchmaking kommen

In letzter Zeit häuften sich die Beschwerden aus der Community, dass beispielsweise die Heldenliga aus verschiedenen Gründen keinen Spaß bereitet. Auch toxische Spieler, die andere beleidigen und Matches sabotieren, sind leider keine Seltenheit. Die Entwickler hinter Heroes of the Storm sind sich dieser Probleme bewusst und arbeiten intern auch schon an Lösungen für einige der häufigsten Kritikpunkte am Spiel. An was sie genau arbeiten und was sie für die Zukunft geplant haben, wurde nun in einem ausführliche Blog Post offengelegt.

Performance-Based Matchmaking kehrt zurück

Matchmaking ist ein großes Thema in einem Teamspiel wie Heroes of the Storm. Matches sollen ausgeglichen sein, aber auch in angemessener Zeit zustande kommen. Deshalb muss das System dahinter manchmal Kompromisse eingehen. Umso länger eine Suche dauert, desto loser werden die Vorgaben, an die sich das System hält. Aus diesem Grund kann es aktuell vor allem bei hochrangigen Matches, für die weniger Spieler zur Verfügung stehen, dazu kommen, dass das Können der Spieler stark variiert. Blizzard möchte hier Anpassungen vornehmen, so dass die Suche länger dauert, aber dafür die Qualität der Matches zunimmt.

Wenn Spieler eine längere Auszeit von Heroes of the Storm nehmen oder nur wenige Ranked Matches pro Saison spielen, dann passt möglicherweise deren Matchmaking Rating (MMR) nicht zum angezeigten Rang. Oder anders ausgedrückt: Die entsprechenden Spieler können vorübergehend nicht auf dem Niveau spielen, das sie vorher einmal erreicht haben. In Zukunft soll in solchen Fällen das “Rank Decay” für einen Ausgleich sorgen. Dabei nimmt das MMR eines Spielers langsam ab, wenn dieser nur wenig oder keine Aktivität vorweist.

Als letztes Jahr das Performance-Based Matchmaking angekündigt und im Dezember schließlich eingeführt wurde, war die Freude bei den Spielern zunächst groß. Dieses bewertete die individuelle Leistung des Spielers in einem Ranked Match und passte die Menge an gewonnen bzw. verlorenen Punkten entsprechend an. Aufgrund einiger anderer Probleme hat das System aber überhaupt nicht so funktioniert, wie es sollte. Deshalb wurde es wieder deaktiviert und zurückgestellt. Mittlerweile hat sich die Lage gebessert und Blizzard möchte das Performance-Based Matchmaking in Kürze wieder aktivieren. Dabei soll es auch in-game Meldungen geben, die Erklärungen für die Bewertung liefern und dem Spieler zeigen, was er besser machen könnte. Für die Ränge “Master” und “Grandmaster” wird das System übrigens nicht eingesetzt, weil es dort zu wenige Spieler gibt, die den Standard für die erforderliche Leistung bestimmen.

Dritter Bann wird eingeführt

Blizzard verabschiedet sich ein Stück weit von der Idee jede Saison mehrere Placement Matches spielen zu müssen. Wer viel Ranked spielt, muss zu Beginn einer Saison nur noch ein einziges Placement Match bestreiten und wird dann anhand seines MMR am Ende der vorherigen Saison eingestuft. Neue und wiederkehrende Spieler müssen mehrere Placement Matches absolvieren und können zukünftig maximal auf dem Rang “Platinum 5” einsteigen. Außerdem werden wiederkehrende Spieler nicht mehr nach ihrer Leistung in anderen Spielmodi, sonder anhand des neuen Rank Decay einsortiert.

Schon länger haben die Entwickler über die Einführung eines dritten Banns im Draft nachgedacht. Mittlerweile gibt es auch genug Helden im Spiel, um die Änderung beruhigt vornehmen zu können. Geplant ist, dass der dritte Bann einfach an die Bannphase in der Mitte des Drafts angehängt wird. Diese Entscheidung stößt bereits auf Kritik aus der Community. Viele Spieler wünschen sich, dass der zusätzliche Bann an den Beginn des Drafts angehängt wird.

Übrigens denkt Blizzard tatsächlich über das oft gewünschte Tauschen von Helden im Draft der Heldenliga nach. Allerdings gibt es Bedenken, dass dieses Feature den Draft noch komplizierter macht und auch ein gewisses Potential für Konflikte mit sich bringt. Deswegen wird auch über Alternativen wie z.B. die Möglichkeit des Positionswechsels oder das Schema “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” nachgedacht (so läuft es aktuell in der Teamliga). Diese Alternativen werden möglicherweise irgendwann im Unranked Draft getestet.

Keine Sperre für neue Helden

Vor allem nach dem Release von Maiev und Fenix wurden wieder Stimmen laut, dass neue Helden oft zu stark sind und deshalb in den gewerteten Spielmodi zunächst gesperrt werden sollten.

Blizzard betont aber, dass neue Helden auch nicht zu schwach sein dürfen, weil sie in den gewerteten Spielmodi und in echten Wettkämpfen ausreichend gespielt werden müssen. Dadurch können die Entwickler Daten sammeln, um die Helden zwei Wochen später mit einem Balance Patch anzupassen. Das spricht gegen eine Sperre für neue Helden in Ranked Matches, weil sonst nicht genug Daten gesammelt werden können. Außerdem sollte der dritte Bann auch schon eine Hilfe sein, um zu starke neue Helden zumindest aus manchen Matches auszuschließen.

Weg mit störenden Spielern

Toxische Spieler, die andere beleidigen oder Spieler, die absichtlich sterben oder nicht am Spiel teilnehmen sind auch in Heroes of the Storm ein Problem. Bei Blizzard ist man sich dessen bewusst und hat deshalb intern an einem System gearbeitet, das auf maschinellem Lernen basiert und zukünftig die eingehenden Meldungen über Störenfriede prüfen soll. Bei internen Tests hat sich das System bereits als sehr effektiv und präzise in der Bewertung herausgestellt. Bald soll es zum Einsatz kommen.

Außerdem sollen auch die Strafen für Wiederholungstäter in Zukunft härter ausfallen. Wer nach einer Stummschaltung seine Lektion nicht gelernt hat, muss mit härteren Konsequenzen rechnen. Statt einer längeren Stummschaltung sollen fortan auch Suspendierungen und Banns möglich sein.

Wenn ein Spieler ein Ranked Match sabotiert, dann soll sich das künftig nicht mehr so negativ für die anderen Teammitglieder auswirken. Die “Loss Forgiveness” hilft, indem die Niederlage nicht in vollem Umfang angerechnet wird. Für den Saboteur bleibt es natürlich eine normale Niederlage inklusive Konsequenzen. Leider gilt die “Loss Forgiveness” vorerst nur, wenn ein Spieler das Match verlässt. Später soll sie aber auch auf Spieler, die AFK sind oder absichtlich sterben, ausgeweitet werden.

Quelle: battle.net/heroes

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